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Hundeschutzhof Collie und Co., ...das etwas andere Tierheim



Sorgenkind Billy


banner-Sorgenkind Billy

Der armer Hundebub hatte eigentlich noch Glück im Unglück.

Unser Billy kam auf etwas seltsamen Wegen zu uns. Allem vorweg gab es wieder diesen „Züchter“, dem es ganz egal war was aus seinen Hunden wird. Egal an wen, Hauptsache verkauft und der Rubel rollt.

Billy wurde bei eben diesem skrupellosen Züchter im Garten geboren. Er durfte während der- gesamten Welpenzeit nicht mit ins Haus. Er durfte auch diesen Garten niemals verlassen und das ganze 8 Monate lang. Alle anderen Geschwister waren schon verkauft und endlich gab es ein Ehepaar, welches sich bei dem Züchter meldete und einen jungen Collie suchte.


Das Ehepaar wohnte einige Stunden weit entfernt und mitten in der Stadt. Sie suchten einen jungen Collie, mit dem sie gern Ausstellungen besuchen wollten und den sie nach einiger Zeit auch als Zuchtrüden anbieten wollten. Billy wurde ihnen vom Züchter wärmstens empfohlen. Er schwärmte den Leuten von der absoluten Schönheit des Hundes vor und so nahmen die Eheleute die lange Fahrt auf sich und besuchten Billy.

Ganz offensichtlich wurde ihnen im ersten Moment klar, dass dieser nette Junghund überhaupt nicht die Klasse und das Aussehen hatte, welches sie sich vorstellten. Da sie aber über die Zustände bei dem Züchter so deprimiert waren und ihnen der junge Hund so unglaublich leid tat, kauften sie ihn trotzdem und hofften, dass sich alles irgendwie finden würde.

Womit die Eheleute nicht gerechnet hatten, waren die vielen Probleme die in den nächsten Tagen auf sie zukamen. Billy konnte mit seinen 8 Monaten nicht an der Leine laufen und gebärdete sich wie ein Wilder, wenn er ausgeführt werden sollte. Da er niemals in der Wohnung gelebt hatte, kannte er alle typischen Geräusche eines Haushaltes nicht und kauerte nur unter der Eckbank in der Küche und weigerte sich dort herauszukommen.

Als das Ehepaar mich anrief und um Hilfe bat, war es bereits Donnerstags. Sie hatten den Hund am Freitag zuvor bei dem Züchter gekauft. Billy hatte in den vergangen 7 Tagen überhaupt kein Futter und Wasser zu sich genommen. Er war nur mit Gewalt unter der Eckbank hervorzuholen und, was wohl am meisten belastete, er hatte sich in der ganzen Zeit nicht einmal gelöst. Wenn er an der Leine nach draußen gezerrt wurde, dann hatte er sich nur wieder sofort unter den nächsten Busch verkrochen.

Ich war endlos traurig und kam gemeinsam mit dem Ehepaar schnell zu dem Entschluss, dass sofort etwas geschehen musste. Nicht einmal eine Stunde später saßen die Eheleute im Auto und waren mit Billy auf dem Weg zu uns. Er war das Leben draußen und im großen Rudel gewohnt und all das konnte ich ihm hier bieten, also lag es nahe, dass wir wir versuchen wollten, ihn hier in das Rudel zu integrieren. Zu dem Züchter wollten sie Billy auf keinen Fall zurück geben, auch wenn sie dann ihr Geld zurück bekommen hätten.

Einige Stunden vergingen, aber endlich war auch die lange Autofahrt geschafft. Der Ehemann trug den verschüchterten, völlig in sich gekehrten Billy behutsam im Arm und brachte ihn mit mir gemeinsam durchs Haus in den Garten. Sofort wurde Billy freundlich von unserem Collierudel begrüßt und in genau dem Moment schienen auch seine leblosen Augen wieder zu neue Leben zu erwachen.

Was ich bereits im Vorfeld geahnt und das Ehepaar kaum zu hoffen gewagt hatte, wurde innerhalb weniger Minuten wahr. Billy begrüßte unsere Hunde, als ob sie sich schon ewig kennen würden und er wurde freundlich besorgt von unserem Collierudel in die Mitte genommen. Bereits nach sehr kurzer Zeit tobte er über unser Grundstück und musste immer wieder stehen bleiben, um sich ausgiebig zu schütteln. Er schien den Stress und die Anspannung der vergangenen Woche regelrecht abschütteln zu wollen.

Nach kurzer Zeit kam eine weitere große Erlösung. Billy verrichtete alle seine Geschäfte und schien danach noch erleichterter zu sein. Das Ehepaar konnte kaum glauben, was hier innerhalb weniger Minuten geschah. Wir saßen an diesem Sommertag noch einige Stunden hier draußen und beobachteten die Hunde. Billy war regelrecht übermütig und kam sogar einige Male zu uns herangesaust und stupste das Ehepaar an. Sie sahen mich fragend an und ich sagte ihnen, dass ich den Eindruck hätte, dass Billy sich bei ihnen bedanken wollte…. In einem dieser Moment fiel auch die Entscheidung, dass Billy bei uns im Rudel bleiben sollte und das Ehepaar also ohne ihn den Heimweg antreten würde.

Das alles geschah bereits vor Jahren, denn Billy ist bereits seit 2008 bei uns. Wir haben im Laufe der Zeit immer wieder Ansätze gehabt und versucht ihn zu vermitteln. Billy hat sich allerdings immer sehr dagegen gewehrt. Selbst von den nettesten Menschen, bei denen er sicherlich ein sehr gutes Zuhause gehabt hätte, hat er sich nicht bestechen lassen. Wir denken, er ist sehr sehr glücklich hier und möchten ihm nun nach den ganzen Jahren einfach keinen erneuten Wechsel mehr zumuten.

Da Billys Leben allerdings mit vielen Kosten verbunden ist, können wir hier nur weiterhin gut für ihn sorgen, wenn er liebe Menschen findet, die ihn mit einer Patenschaft unterstützen möchten.

Die folgenden Paten unterstützten Billy:
Bettina Elfers
Yvonne Hoeven

Billy Futternapf ist bisher nur zu 10 % gefüllt.





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